Notruf 122

Notruf 122

Freiwillige Feuerwehr Großebersdorf

Großschadensübung Fa. Lidl

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2020 wurde in Grossebersdorf das größte Zentrallager der Fa. Lidl eröffnet. Das riesige Logistikzentrum versorgt mehrere 100 Lidl-Filialen im Niederösterreich, Wien und dem Burgenland.
Am 12.11.2022 fand die erste Großübung seit der Eröffnung statt. Die Übung wurde durch die Freiwillige Feuerwehr Grossebersdorf ausgearbeitet und sah mehrere Übungsszenarien gleichzeitig vor, was die Verkettung unglücklicher Umstände simulieren sollte.
Übungsannahme war zunächst ein Brandmeldealarm der örtlich zuständigen Feuerwehr Grossebersdorf. Diese rückte routiniert an und der Einsatzleiter verschaffte sich zunächst beim Feuerwehrbedienfeld einen Überblick, in welchem Bereich der Brandmelder auslöste. Während dessen kam es zu einer Lageänderung, da es zur einer Explosion in einer Kühlungszentrale kam. Auf Grund dessen trat unkontrolliert Ammoniak rasch im Gebäude aus. Im unmittelbaren Gefahrenbereich waren Arbeiter vor Ort.
Der Brandschutzbeauftragte meldete zudem, dass sich nicht alle im Gebäude befindlichen Personen am Sammelplatz eingefunden haben. Insgesamt waren im gesamten Gebäude 29 Personen vermisst.
 
Der Einsatzleiter entschied sich daher, die Alarmstufe von B1 auf B4 zu erhöhen.
In weiterer Folge rückten 13 Feuerwehren aus dem Bezirk Mistelbach und dem Bezirk Korneuburg, der Schadstoffzug des Bezirkes Mistelbach, die Höhenrettergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Mistelbach, das Atemluftfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Gaweinstal sowie der Feuerwehrmedizinische Dienst des Bezirkes Mistelbach an. Insgesamt waren 234 Einsatzkräfte vor Ort.
Es wurde entsprechend den Schadenslagen Einsatzabschnitte gebildet:
 
▪️Personensuche / Menschenrettung▪️
Mehrere Atemschutztrupps durchsuchten systematisch den Lagerbereich und den Bereich der Laderampen, da dort die meisten Vermissten vermutet wurden. Die aufgefundenen Personen wurden dann aus dem Gebäude gerettet und außerhalb Sanitätern übergeben, welche diese zu einem Sanitätssammelplatz brachten. Die Opfer, welche im Vorfeld realistisch mit Verletzungen geschminkt wurden, konnten dort von der anwesenden Feuerwehrärztin sowie den Feuerwehr-Sanitätern versorgt werden.
 
▪️Kühlung eines Dieseltanks▪️
Während der Übung wurde die Übungsannahme eingespielt, dass die Temperatur eines Dieseltanks stieg. Mit zwei Wasserwerfer wurde dieser Tank in weiterer Folge gekühlt.
 
▪️Menschenrettung aus dem Hochregallager▪️
Zwei Techniker waren in dem bis zu 40m hohen Hochregallager auf einem selbstfahrenden Stapler und konnten auf Grund Verletzungen nicht selbstständig absteigen. Die Höhenrettergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Mistelbach stieg daher zu den Personen auf, setzte Erste-Hilfe-Maßnahmen und führte in weiterer Folge die Menschenrettung aus der Höhe durch. Am Boden wurden die Verletzten den Feuerwehr-Sanitätern zur weiteren Versorgung übergeben.
 
▪️Ammoniakaustritt▪️
Der Schadstoffzug des Bezirkes Mistelbach rückte mit mehreren Spezialfahrzeugen an. So war das Schadstofffahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Mistelbach, der Wechsellader samt Dekontaminations-Wechselladeaufbau der Freiwilligen Feuerwehr Poysdorf sowie die Drohne der Freiwilligen Feuerwehr Wolkersdorf dabei.
Nach Erkundung der Lage wurde zunächst ein Dekontaminationsplatz vor dem Gebäude errichtet. Zeitgleich rüsteten sich Einsatzkräfte mit Schutzstufe 3 Anzügen aus, welche in weiterer Folge den Aufstieg über mehrere Stockwerke zur eigentlichen Schadstelle durchführten, um dort vermisste Personen zu retten und den Schadstoffaustritt einzudämmen.
Auf Grund der weiten Wege und der Stockwerke, welche bis zum Schadensbereich zurückzulegen waren, entschloss man sich im Gebäude selbst einen Not-Dekontaminationsplatz einzurichten. Personen, welche durch die Schutzanzugträger gerettet werden konnten, wurden zunächst dorthin gebracht, es wurde eine Not-Dekontamination durchgeführt und in weiterer Folge führte die Höhenrettung die Personenrettung durch eine Serviceöffnung durch. 
Auch während diesem Übungsszenario wurde eine Übungseinlage eingespielt. Im Dachbereich oberhalb des Schadensbereiches kam es zu einer Explosion, die durch einen Pyrotechniker dargestellt wurde. Bei diesem Ereignis wurden ebenfalls Personen verletzt. Aus diesem Grund wurden Hubrettungsfahrzeuge in Stellung gebracht, welche die Menschenrettungen vom Dach des Gebäudes durchführten. 
 
Mehrere Übungsbeobachter machten sich ein Bild über alle Übungsszenarien und folgten den übenden Feuerwehrmitgliedern auf Schritt und Tritt, um im Anschluss bei der Übungsnachbesprechung einen Bericht abgeben zu können.
BFKDT-Stv. BR Franz Buchmann war ebenfalls vor Ort und zeigte sich begeistert von den Leistungen der eingesetzten Feuerwehrkräfte. 
Bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützten Mitglieder des ÖA-Teams des BFKDO Korneuburg.
 
Dieser Artikel und die Bilder wurden vom BFKDO Mistelbach übernommen.
 
Die Feuerwehr Großebersdorf bedankt sich für die gute Zusammenarbeit und der regen Teilnahme. 

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